Kurz erklärt: Holz sicher stapeln
Auf Baustellen werden Schnittholz, Brettschichtholz und Rundholz gelagert – für Zimmerei, Schalung, Dachstuhl oder Rohbau. Herabfallende oder umkippende Holzteile können schwere Verletzungen verursachen.
Sicheres Stapeln erfordert eine ebene, tragfähige Fläche, korrekte Unterbauung mit Stapelklötzen, eingehaltene Höhen-Breiten-Verhältnisse, begrenzte Neigungen und – bei Rundholz – Sicherung gegen Wegrollen.
Der SiGeKo plant Holzlagerflächen in der Baustelleneinrichtung und achtet bei Begehungen auf Standsicherheit und Abstände zu Verkehrswegen und Hebezeugen.
Gefährdungen
- herabfallende oder umkippende Holzteile mit Quetsch- und Schlagverletzungen
- Instabilität nach Regen, Sturm oder unsachgemäßem Entnehmen einzelner Stücke
- Kollision mit Kranen, Stapler oder anderen Hebezeugen bei zu geringem Abstand
Grundregeln für alle Holzstapel
- Stapelarbeiten nur durch unterwiesene Personen ausführen
- Holzstapel auf ebener, tragfähiger Fläche lagern
- Fundament aus Stapelklötzen mit Kanthölzern, Rundholz oder Stahlträgern
- Stöße der Trägerbalken über Stapelklötzen abstützen
- Stabilität nach starkem Regen oder Sturm regelmäßig prüfen
- niemals einzelne Holzstücke aus einem Stapel herausziehen
- nicht auf Stapeln gehen oder klettern
- Sicherheitsabstand zu Hebezeugen (Kran, Stapler) mind. 0,50 m
Schnittholz-Stapel
Die Neigung α darf maximal 2° betragen – das entspricht einer Abweichung von höchstens 10 cm auf 3,00 m Stapelhöhe. Zwischenlagen (Dielen) sorgen für Luftzirkulation und Stabilität.
| Standort | Höhe : Breite (H : B) | Neigung α |
|---|---|---|
| im Freien | ≤ 3 : 1 | max. 2° |
| in geschlossenen Räumen | ≤ 4 : 1 | max. 2° |
Rundholz-Stapel
- Stapelwinkel β maximal 30°
- gegen Wegrollen sichern – z. B. mit Keilen am unteren Stirnende
- Längsträger auf Stapelklötzen aufsetzen
- Stöße der Längsträger über Stapelklötzen abstützen
Stützschenkel an Seitenstützen
Wird Holz an Seitenstützen gelagert, müssen Stützschenkel ausreichend dimensioniert sein. Maßgeblich sind Stapelhöhe H und Stammlänge L:
| Maß | Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| F | 0,7 × H | Fußlänge unter dem Holz |
| U | 0,5 × H | Ausladung des Stützfußes |
| A | 0,6 × L | Abstand der Stützschenkel zueinander |
Die Rolle des SiGeKo
Holzlager nehmen auf Baustellen oft große Flächen ein und liegen häufig in der Nähe von Kranen und Zufahrten. Der SiGeKo plant Lage und Zugang und prüft die Standsicherheit bei Begehungen.
- Holzlagerfläche in Baustelleneinrichtung/SiGe-Plan berücksichtigen
- Abstände zu Verkehrswegen, Kranen und Staplerfahrwegen abstimmen
- nach Witterungsereignissen Standsicherheit im Blick behalten
- Mängel (zu hohe Stapel, fehlende Keile, zu geringe Abstände) dokumentieren und nachverfolgen
Häufige Fragen zum Holzlager
Wie hoch darf ein Schnittholz-Stapel im Freien sein? Höhe maximal das Dreifache der Breite (H : B ≤ 3 : 1).
Wie stark darf ein Stapel geneigt sein? Maximal 2° – etwa 10 cm auf 3 m Höhe.
Darf ich auf dem Stapel stehen? Nein – nicht gehen oder klettern.
Was macht der SiGeKo? Er plant Lagerfläche und Abstände; das sichere Stapeln verantworten die Unternehmen.
Rechtsgrundlagen und Quellen
Wichtige Grundlagen für das Holzlager auf Baustellen:
- DGUV Vorschrift 1 (Grundsätze der Prävention)
- DGUV Regel 100-001 (Grundsätze der Prävention)
- BG Bau Baustein A 066 (Holzlager)
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