SiGeKo nach Bautätigkeitca. 2 Min. LesezeitStand: 09.02.2026

Holzlager auf Baustellen: Stapeln, Brandschutz & SiGeKo

Holzstapel können umkippen und schwere Verletzungen verursachen. Welche Verhältnisse für Schnittholz und Rundholz gelten und wie Stützkonstruktionen dimensioniert werden.

Kurz erklärt: Holz sicher stapeln

Auf Baustellen werden Schnittholz, Brettschichtholz und Rundholz gelagert – für Zimmerei, Schalung, Dachstuhl oder Rohbau. Herabfallende oder umkippende Holzteile können schwere Verletzungen verursachen.

Sicheres Stapeln erfordert eine ebene, tragfähige Fläche, korrekte Unterbauung mit Stapelklötzen, eingehaltene Höhen-Breiten-Verhältnisse, begrenzte Neigungen und – bei Rundholz – Sicherung gegen Wegrollen.

Der SiGeKo plant Holzlagerflächen in der Baustelleneinrichtung und achtet bei Begehungen auf Standsicherheit und Abstände zu Verkehrswegen und Hebezeugen.

Gefährdungen

  • herabfallende oder umkippende Holzteile mit Quetsch- und Schlagverletzungen
  • Instabilität nach Regen, Sturm oder unsachgemäßem Entnehmen einzelner Stücke
  • Kollision mit Kranen, Stapler oder anderen Hebezeugen bei zu geringem Abstand

Grundregeln für alle Holzstapel

Holzlager auf Baustellen: Schnittholz H:B max. 3:1 im Freien, Neigung max. 2 Grad, Rundholz Stapelwinkel max. 30 Grad, Stützschenkel F=0,7H, U=0,5H, A=0,6L.
Schnittholz, Rundholz und Stützschenkel-Dimensionierung im Überblick.
  • Stapelarbeiten nur durch unterwiesene Personen ausführen
  • Holzstapel auf ebener, tragfähiger Fläche lagern
  • Fundament aus Stapelklötzen mit Kanthölzern, Rundholz oder Stahlträgern
  • Stöße der Trägerbalken über Stapelklötzen abstützen
  • Stabilität nach starkem Regen oder Sturm regelmäßig prüfen
  • niemals einzelne Holzstücke aus einem Stapel herausziehen
  • nicht auf Stapeln gehen oder klettern
  • Sicherheitsabstand zu Hebezeugen (Kran, Stapler) mind. 0,50 m

Schnittholz-Stapel

Die Neigung α darf maximal 2° betragen – das entspricht einer Abweichung von höchstens 10 cm auf 3,00 m Stapelhöhe. Zwischenlagen (Dielen) sorgen für Luftzirkulation und Stabilität.

StandortHöhe : Breite (H : B)Neigung α
im Freien≤ 3 : 1max. 2°
in geschlossenen Räumen≤ 4 : 1max. 2°
Höhen-Breiten-Verhältnis und Neigung für Schnittholz-Stapel.

Rundholz-Stapel

  • Stapelwinkel β maximal 30°
  • gegen Wegrollen sichern – z. B. mit Keilen am unteren Stirnende
  • Längsträger auf Stapelklötzen aufsetzen
  • Stöße der Längsträger über Stapelklötzen abstützen

Stützschenkel an Seitenstützen

Wird Holz an Seitenstützen gelagert, müssen Stützschenkel ausreichend dimensioniert sein. Maßgeblich sind Stapelhöhe H und Stammlänge L:

MaßFormelBedeutung
F0,7 × HFußlänge unter dem Holz
U0,5 × HAusladung des Stützfußes
A0,6 × LAbstand der Stützschenkel zueinander
Dimensionierung von Stützschenkeln bei Lagerung an Seitenstützen.

Die Rolle des SiGeKo

Holzlager nehmen auf Baustellen oft große Flächen ein und liegen häufig in der Nähe von Kranen und Zufahrten. Der SiGeKo plant Lage und Zugang und prüft die Standsicherheit bei Begehungen.

  • Holzlagerfläche in Baustelleneinrichtung/SiGe-Plan berücksichtigen
  • Abstände zu Verkehrswegen, Kranen und Staplerfahrwegen abstimmen
  • nach Witterungsereignissen Standsicherheit im Blick behalten
  • Mängel (zu hohe Stapel, fehlende Keile, zu geringe Abstände) dokumentieren und nachverfolgen

Häufige Fragen zum Holzlager

Wie hoch darf ein Schnittholz-Stapel im Freien sein? Höhe maximal das Dreifache der Breite (H : B ≤ 3 : 1).

Wie stark darf ein Stapel geneigt sein? Maximal 2° – etwa 10 cm auf 3 m Höhe.

Darf ich auf dem Stapel stehen? Nein – nicht gehen oder klettern.

Was macht der SiGeKo? Er plant Lagerfläche und Abstände; das sichere Stapeln verantworten die Unternehmen.

Rechtsgrundlagen und Quellen

Wichtige Grundlagen für das Holzlager auf Baustellen:

  • DGUV Vorschrift 1 (Grundsätze der Prävention)
  • DGUV Regel 100-001 (Grundsätze der Prävention)
  • BG Bau Baustein A 066 (Holzlager)

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